The life of Elias

Let´s enjoy the show

Zwischenbericht, Sommer Sonne, Überhitzte Gedanken

Okey, zugegeben, mein Plan täglich zu einen Beitrag zu schreiben war anfangs doch sehr ambitioniert und auf irgendeiner Weise auch ein Wunschdenken von mir.
Das Wetter sorgt zurzeit dafür dass ich kaum Antrieb, Muse oder Motivation in irgendeiner Weise habe.
Aber was solls!
Es ist mittlerweile 00:10 uhr, und immer noch wahnsinnig warm in meiner Wohnung und der Ventilator leistet Überstunden während ich auf dem Sofa sitze und Musik höre.
Ich versuche mich momentan von vielen Dingen abzulenken. Die Tatsache das ich mich „beruflich“ komplett neu umorientiere, wirft einerseits viele Zweifel auf, aber auf der anderen Seite viele Möglichkeiten. Möglichkeiten mein Leben signifikant zu verändern und auch irgendwie meinen jahrelangen Begleiter, der sich Teufelskreis schimpft, zu durchbrechen.
Ich hatte ja erzählt dass ich zurzeit in Cottbus wohne und es alles andere als entspannend oder genießend finde.

Warum ich hier bin? Vielleicht ist heute der richtige Zeitpunkt dafür, zu erklären wer ich eigentlich bin und vor allem warum ich hier sitze.
Gut, fangen wir beim Anfang an.
Ich komme aus einer kleinen fränkischen Stadt in Bayern und an sich seit meiner Geburt meistens auf Achse. Wir zogen nach ein paar Jahren nach Berlin, in der Hoffnung auf eine bessere Zukunft wurden aber nach einer Weile eines besseren belehrt und gingen wieder zurück nach Bayern (das ist eine andere Geschichte).

Zum Schluss in Bayern, beschlossen meine Mutter und ich die Zelte abzureisen und wieder einen Schritt in die Hauptstadt zu wagen.
Eine Reise die bis heute mein Leben wahnsinnig geprägt hat.
Schöne Jahre aber auch gleichzeitig die härtesten und lehrreichsten meines Lebens.
Bis zu diesem Zeitpunkt kannte ich Cottbus noch nicht…

Ich hatte ständige up´s and downs, bis zu dem Tag an dem ich einen Menschen kennen lernte.
Sein Name war Willy, wir lernten uns ganz kitschig im Stile der heutigen Zeit im Internet kennen. Bis dato arbeitete ich als Sicherheitskraft-/Security, da eine Ausbildung für mich gesundheitlich in dieser Phase nicht möglich war.
Wir verliebten uns schnell. Fast schon liebe auf den ersten Blick wie man so schön sagt.
Ich erinnere mich noch an unser erstes Date, wir gingen in einen arabischen Schnellimbiss,(mein absoluter Geheimtipp zu diesem Zeitpunkt!).
Der Moment in dem ich ihn das erste mal sah, wusste ich „Er ist meiner!“.
An die große Liebe glaubte ich nie. Wirklich nicht. Jeder erzählte von
ihr wie toll sie sei, wie sie das Leben verändert. Für mich war das alles Humbug.
Zugegeben, Schmetterlinge hatte ich nicht gefühlt, dafür bin ich wahrscheinlich einfach nicht gebaut.
Wie dem auch sei, wir kamen relativ schnell zusammen und ich wusste auch dass er nicht Berlin wohnte, sondern aus Cottbus stammt.

Da wird langsam ein Schuh draus was?
Ich besuchte Ihn öfter in Cottbus, teilweise überraschte ich ihn auch spontan. Es war alles super. Was ich nicht bemerkte ist, dass ich mich in wahnsinnig kurzer Zeit enorm verändert habe. Teils gut, teils schlecht.
Gut weiter im Kontext.
Nach knapp einem halben Jahr, kam mir der Gedanke von Zuhause auszuziehen und endlich eine eigene Wohnung zu haben, meine Ausbildung zu beginnen und mein Leben in meine Hand zu nehmen.
Mir gefiel Cottbus anfangs sehr, die Mieten waren erschwinglich, das hiesige Krankenhaus machte einen soliden Eindruck und die Natur die Cottbus umgibt ist ja fast schon Weltbekannt *hust*.

So, kurzer Hand die Entscheidung getroffen. Ich ziehe nach Cottbus, habe meine eigene Wohnung, einen Ausbildungsplatz und meinen Freund gleich obendrein in meiner Nähe.
Für mich war es klar das wir nicht zusammenziehen, ganz bescheuert war ich dann also doch nicht.
Die Wohnung und den Ausbildungsvertrag hatte ich ganz schnell in der Tasche und der Umzug ging auch fix mit der Hilfe meiner Familie und Freunden von statten.
Alles schien so perfekt. Ich war so verdammt auf meine erste eigene Wohnung.
Zwar platte, dafür neu saniert und 3 Zimmer mit riesen Balkon plus eigenen Pförtner (der sich als nutzlos herausstellte und wahrscheinlich reine Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen darstellte). Wer konnte dass schon von sich behaupten? (nicht dass ich auf die Meinung anderer grob was gebe, aber stolz wie Oskar war ich dann trotzdem).

Unsere Beziehung veränderte sich schlagartig vom Guten ins Schlechte. Groß darüber reden/schreiben möchte ich hier in diesem Beitrag nicht. Das werde ich mir für Spätere vormerken!
Das Ende vom Lied um es kurz zu fassen, litt ich sehr unter ihm. Er machte mich krank und ich beschloss den Schritt zu gehen die Beziehung zu beenden.
Die Arbeit im Krankenhaus als Krankenpfleger Azubi machte mir wahnsinnigen Spaß, merkte aber schnell dass ich auch dort, besonders dort mit meiner Art aneckte.
Ein schwuler Franke aus dem Westen. Das war mein Name, oder schlichtweg „der Scheiß Wessi“.
Ich bin kein Mensch der darüber heult, wirklich nicht. Wer ein Problem mit mir hat kann ruhig eine Nummer ziehen und sich hinten anstellen. Da bekommt jeder seine Backpfeife (verbal natürlich 😉 )von mir, keine Sorge!
Die Arbeit machte mir zunehmens weniger Spaß, dieses 9 to 5 macht mich wahnsinnig. Und dann fiel mir auf wo ich eigentlich gelandet bin.

In Cottbus. Im Herzen des Ostens. Meine persönliche Hölle!
Die folgenden Zeilen richten an Alle die mit Ihrer Meinung irgendwann zwischen 1945 und 1989 stehengeblieben sind.
Frühs am Tisch, zur Dienstübergabe, meine persönlich schlimmste Zeit des Tages. Alle über 45+ heulen der guten alten Zeit in der DDR zurück. Alle reden sie darüber dass sie neulicht „drüben im Westen“ waren. Oder von Geschichten bei dem mir vor Langeweile die Hornhaut von den Füßen fällt.
Ich glaube dass zu 90 Prozent der Ossis hier, sich die Mauer zu gerne zurück wünschen.
„Du hast keine Ahnung wie gut du es heutzutage hast“ – Verdammte Heuchler! Diese verdammte Überheblichkeit ging mir von Tag zu Tag immer mehr auf mein Nervenkostüm. Schon mal aufgefallen das die meisten Frauen im Osten ab einem gewissen Alter die selbe Frisur tragen? Ich will keine verdammten Geschichten hören wir ihr eure „grünen Kuba-Orangen, die fürchterlich sauer und voller Kerne waren“ gekauft habt.
Es verging kein Tag an dem die Worte „DDR“, „Damals“, „Drüben im Westen“ und co. fielen.
Für mich als sehr liberalen und frei denkenden Menschen war das reines pures brennendes Gift.
Veraltetes Denken gepaart mit Generationsübergreifender Blindheit die noch Jahrzehnte lang andauern wird.
Cottbus hat mich gebrochen. Gekaut und wieder ausgespuckt!

Wie es weiter geht erfährst du in einem anderen Beitrag.
Ich muss mich erstmal abreagieren.

Peace Out

-Elias

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